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Gesund schlafen, länger leben!

Guter Schlaf ist ein entscheidender Faktor für Gesundheit und Langlebigkeit, auch Longevity genannt. Aktuelle Forschungen zeigen: Wer dauerhaft gut schläft, lebt nicht nur gesünder, sondern auch länger. Warum die Schlafqualität einen so großen Einfluss auf unsere Lebens­erwartung hat, das Schlaganfallrisiko senken kann und welche konkreten Maßnahmen dabei helfen können, erklären unsere Psychologinnen Mag. Katja Lerche, Klinikum Bad Gleichenberg, und Mag. Christine Völk, Klinikum Bad Hall + Bad Schallerbach am Standort Bad Hall.

Was macht guten Schlaf aus?

Gesunder Schlaf heißt nicht nur lange schlafen. Entscheidend ist, dass Körper und Geist zur Ruhe kommen und regenerieren können. Während des Schlafs laufen wichtige Prozesse ab, die kurz- und langfristig unsere Gesundheit und Lebens­qualität sichern. „Diese nächtlichen Erholungsphasen sind essenziell – sie beeinflussen nicht nur, wie wir uns fühlen, sondern auch, wie gut wir langfristig funktionieren“, erklärt Mag. Katja Lerche, Psychologin im Klinikum Bad Gleichenberg.

Wichtige Faktoren für guten Schlaf

  • Schlafdauer: Optimal sind 6 bis 9 Stunden pro Nacht. Weniger als 5 Stunden Schlaf erhöhen das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Gedächtnisprobleme.
  • Schlafqualität: Besonders wichtig sind Tiefschlafphasen, in denen Zellreparaturen, Hormonausgleich und Entgiftung im Gehirn stattfinden.
  • Schlafkontinuität: Ein ungestörter Schlaf ohne häufiges Aufwachen ist entscheidend, um langfristig gesund zu bleiben.

„Guter Schlaf verbessert nicht nur unmittelbar das Wohlbefinden, sondern reduziert langfristig viele Gesundheits­risiken. Er ist damit entscheidend für ein aktives und gesundes Altern.“ — Mag. Katja Lerche, Psychologin im Klinikum Bad Gleichenberg

So wirkt guter Schlaf auf die Gesundheit

  • Zellreparatur: Tiefschlaf unterstützt die Regeneration von Zellen und Gewebe.
  • Hormonbalance: Ausreichender Schlaf trägt zu einer optimalen Hormonregulation bei und unterstützt damit effektiv den Stoffwechsel.
  • Immunsystem stärken: Guter Schlaf senkt das Infektions­risiko und reduziert chronische Entzündungen.
  • Gehirngesundheit: Im Schlaf werden Giftstoffe im Gehirn abgebaut, was Demenz vorbeugen kann.

Studien zeigen: Schlafqualität beeinflusst Lebensdauer

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Schlafqualität und -dauer einen messbaren Einfluss auf die Lebenserwartung haben. So kam eine Studie der Harvard University aus dem Jahr 2023 zu dem Schluss, dass regelmäßiger Tiefschlaf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 % reduziert. Ergänzend stellten Forscher der Universität Oxford (2022) fest, dass Personen mit konstant guter Schlafqualität bis zu fünf Jahre länger leben als Menschen mit chronischen Schlafproblemen.

Schlaf und Schlaganfall: Ein unterschätzter Zusammenhang

Auch in der psychologischen Begleitung von Reha-Patient:innen zeigt sich, wie stark das Schlafverhalten mit dem Risiko für Schlaganfälle zusammenhängt. Zu viel oder zu wenig Schlaf – also mehr als 9 oder weniger als 5 Stunden pro Nacht – erhöht das Risiko deutlich. Eine internationale Studie von Interstroke belegt: Wer an sechs oder mehr Schlafproblemen, wie Ein- und Durchschlafstörungen, Atemaussetzern oder starkem Schnarchen leidet, hat ein bis zu fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko.

„Viele Patient:innen berichten im Rehabilitations­verlauf von Schlafproblemen – und oft zeigt sich, dass diese bereits vor dem Schlaganfall bestanden haben. Die Prävention durch schlafhygienische Maßnahmen ist ein wichtiger psychologischer Ansatz“, betont Mag. Christine Völk, Klinische Psychologin im Klinikum Bad Hall + Bad Schallerbach am Standort Bad Hall.

Auch eine schwedische Langzeitstudie zeigt: Männer mit weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht hatten ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko wie jene mit sieben Stunden. Umgekehrt ist auch übermäßiger Schlaf kritisch – eine britische Studie wies bei über acht Stunden Schlaf ein um 46 % erhöhtes Risiko nach.

Als Psychologin sehe ich den Schlaf als eine zentrale Ressource, die häufig unterschätzt wird – auch in der Nachsorge. Guter Schlaf ist Voraussetzung für psychische Stabilität und körperliche Erholung– Mag. Christine Völk, Klinische Psychologin im Klinikum Bad Hall + Bad Schallerbach am Standort Bad Hall

Vier Tipps für besseren Schlaf

  • Regelmäßige Schlafzeiten einhalten
  • Ruhige, dunkle und kühle Schlafumgebung schaffen
  • Tagsüber ausreichend Bewegung und Tageslicht bekommen
  • Abends auf Alkohol, Nikotin und schwere Mahlzeiten verzichten 

Schlafexpertinnen im Klinikum Bad Gleichenberg

Karin Dorner und Lisa Maria Pachler haben das Curriculum der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin (kurz ÖGSM) erfolgreich abgeschlossen. Sie stehen unseren Patient:innen während der Reha im Klinikum Bad Gleichenberg als kompetente Ansprechpartnerinnen im Schlaflabor zur Verfügung.

Karin Dorner und Lisa Maria Pachler, Schlafexpertinnen im Klinikum Bad Gleichenberg
Karin Dorner und Lisa Maria Pachler, Schlafexpertinnen im Klinikum Bad Gleichenberg

Wann sollte man ins Schlaflabor?

Bei anhaltenden Schlafproblemen oder Symptomen wie starkem Schnarchen, Atempausen und chronischer Tagesmüdigkeit kann eine Abklärung im Schlaflabor sinnvoll sein. Während des Reha-Aufenthalts im Klinikum Bad Gleichenberg steht das Schlaflabor unseren SVS-Patient:innen bei Bedarf zur Verfügung. Hier wird der Schlaf genau analysiert und bei festgestellter Schlafapnoe eine individuelle Therapie, wie z. B. mit einer CPAP-Maske, eingeleitet, um die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

„Gesunder Schlaf verdient höchste Aufmerksamkeit! Er ist ein wesentlicher Baustein für ein langes und gesundes Leben.

Karin Dorner und Lisa Maria Pachler, Schlafexpertinnen im Klinikum Bad Gleichenberg

Quellen:

Åkerstedt, T. et al. (2019). Sleep duration and stroke risk in men: a prospective cohort study from Sweden. Journal of Sleep Research.

Leng, Y. et al. (2016). Self-reported sleep duration and quality and the risk of stroke: the EPIC-Norfolk prospective population study. Neurology.

Mc Carthy, C.E., Yusuf, S. Judge, C. et al. (2023). Sleep Patterns and the Risk of Acute Stroke: Results from the INTERSTROKE International Case-Control Study. Neurology.

Harvard Medical School (2023). The Impact of Deep Sleep on Cardiovascular Health.

Oxford Sleep Research (2022). Sleep Quality and Longevity: An Observational Study.

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